Dr. Elie Warde, Paris
Liebes BlocTalk-Team,
ich habe eine ADEC Einheit. Von dieser Einheit aus möchte ich gerne der VITA CEREC POWDER Flasche Luft zuführen (Fallbericht Dr. Rauscher in BlocTalk 1/09). Gibt es hierfür einen Adapter?
Viele Grüße
Dr. Elie V. Warde
Antwort von Dr. Andres Baltzer:
Liebe Frau Dr. Warde,
Die Problematik der Mattierung von Oberflächen, die mittels einer Scan-Kamera digitalisiert werden sollen, ist ein Dauerthema. Es scheint, dass jeder seine eigenen Tipps und Tricks hat, was im Endeffekt bedeutet, dass es nicht unbedingt eine Ideallösung gibt. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage, ob Scan- Aufnahmen technisch auch ohne Mattierung bzw. Kontrastierung möglich wären. Man hört immer wieder von solchen Lösungen, die demnächst auf marktreif sollen. Verlässliche Resultate sind allerdings noch nicht vorgestellt worden.
Am FDI-Kongress 2008 in Stockholm hat PD Dr. Andreas Bindl, Zürich, einen sehr aufschlussreichen Vortrag über die Problematik gehalten. Es scheint so, dass jeder mit dem Produkt seiner Wahl zum Erfolg kommen kann. Wichtig ist aber auch, dass er sich Varianten offen hält, die sich je nach spezieller Situation besser eignet.
1. Adhäsiv für Pulverbestäubung (VITA)
Allgemeine Empfehlung:
Stets empfehlenswert bei Mattierung mit trockenem Pulver
2. Zerstäuber von Trockenpulver mit Isobutan -Druckflasche (VITA)
o Die relativ grosse Isobutan -Druckflasche kann im Handling etwas behinderlich sein
o Der Druck bleibt mit abnehmendem Gasinhalt nicht konstant
o Die Druckflasche ist rasch leer
o Vereisungen und somit Klumpenbildungen durch Kondenswasserbildung lassen sich nicht verhindern
o Ungewollte Pulveranhäufungen lassen sich gut verblassen
3. Zerstäuber von Trockenpulver (VITA) mit Kupplung an Luftdruckpistole
(z.B. Sirona)
o Praktisch aufsteckbar an Druckluftpistole
o Wird von verschiedenen Unit-Herstellern angeboten (nachfragen!)
o Vereisungen und somit Klumpenbildungen lassen sich nicht verhindern
o Etwas umständlich beim „Sprayen um die Ecke“
o Ungewollte Pulveranhäufungen lassen sich gut verblassen
4. Zerstäuber von Pulver in schnell verdampfender Lösung sog. „Scan Spays“ (Sirona, Dentaco....)
o Verstopfungen an Spraydüse (heute besser als früher)
o Flüssigkeitsansammlungen in Ecken und Nischen lassen sich nach Trocknung nicht mehr verblassen
o Teuer
o Nachträgliche Besprayungen und Optimierung der Mattierung problematisch
o Bei gewissen Sprayprodukten ist die anschliessende Entfernung mit Wasserspray nicht unproblematisch
5. Zerstäuber von Trockenpulver mittels Spezialkompressor (PowderChamp)
o Trotz Anschaffungspreis des Geräts hohe Amortisation im Vergleich zu Dosen und Flaschen
o Trockenhaltung des Pulvers gewährleistet
o Sehr fein einstellbare und konstant bleibende Druckluft
o Nachträgliche Besprayung und Verblassung stets gut möglich
o Keine Vereisungen und Klumpenbildungen
o Ungewollte Pulveranhäufungen lassen sich gut verblassen
Zusammenfassung
Im Rahmen des Scan Prozesses sollten für die Optimierung der optischen Konditionierung die folgenden Ansprüche erfüllt sein:
- Feine Verteilung und konstante Schichtdicke des Kontrastpulvers
- Verblassung von Anhäufungen
- Darstellung der Präparationsgrenzen mit Sonde und/oder Zahnseide ohne Abschuppung von angrenzenden Sprayschichten
- Optimierende Nachbesprayung und Verblassung zur Beibehaltung konstanter Sprayschichtdicken
- Restlose und unproblematische Pulverentfernung mit Wasserspray
Die Trockenhaltung der Sprayzone ist in allen Situationen unabdingbar.
April 2009
Dr. Andres Baltzer, Gartenweg 12, CH-4310 Rheinfelden
Antwort von Dr. Andreas Bindl
Die ADEC-Einheit kenne ich leider auch nicht genau. Ich weiss nur, dass es sich dabei um einen druckluftbetriebenen Behandlungsstuhl handelt. Von Vita gibt es ja grundsätzlich keine Ansätze/Adapter für die Vita Puder Flasche. Der Zahnarzt müsste bei der Fa. ADEC direkt anfragen, ob es einen entsprechenden Adapter gibt - oder selbst etwas "basteln"...!"
Antwort von Dr. Alessandro Devigus
Sirona produziert Adapter für den Einsatz des CEREC Powders an der Multifunktionsspritze. Sie sollten auch wissen, welche Einheiten unterstützt werden.
Dr. Johannes Ott
Mich würde interessieren, wie der devitale Zahn in dem Fall von Dr. Brückmann (VITA BlocTalk 4/08) palatinal präpariert ist. Ist der Kanal teilweise im Sinne einer Endokrone präpariert, oder ist der Kanal mit einer Füllung plan verschlossen?
Antwort von Dr. Brückmann:
Sehr geehrter Herr Kollege Ott,
vielen Dank für Ihr Interesse. Ich verwende drei unterschiedliche Versionen bei der Präparation, die sich an der Defektgröße und dem Eindruck der Qualität der Restzahnsubstanz orientiert. Im vorliegenden Fall war diese sehr gut, und ich habe palatinal nicht weiterpräpariert, somit also auch nicht die ehemalige Trepanationsöffnung einbezogen. Die ist nur mit einer Kunststofffüllung versorgt. Es ist also nur die Schneidekante in dem auf dem Foto sichtbaren Bereich einbezogen. Auf diese Weise hält man sich den Zugang zum Kronenlumen von palatinal zugänglich. Spätere Farbveränderungen des Veneers durch aus der Wurzel in die Krone nachdiffundierende Pigmente können dann leicht durch internes Bleichen des Zahnstumpfes wieder rückgängig gemacht werden. Der optische Eindruck bleibt immer angepasst an die Nachbarzähne.
In anderen Fällen mit schlechterer Restsubstanz beziehe ich die Trepanationsöffnung analog zur Cerec Endokrone zur Verbesserung der Stabilität mit in die Präparation ein, in der Hoffnung, nie von intern zu einem späteren Zeitpunkt nachbleichen zu müssen.
Eine dritte Variante erlaubt alternativ das primäre Setzen eines Keramikstiftes in der jeweils für den Wurzelkanal maximal möglichen Länge. Den Überstand des Stiftes schneide ich dann nach der adhäsiven Befestigung ab und präpariere anschließend den Zahn für das Veneer wie im vorliegenden Fall. Durch die im Vergleich zu dem Cerec Endozapfen größere Länge (und Bruchfestigkeit) des Zirkonstiftes wird so die Wurzel maximal vor Brüchen geschützt. Andererseits scheidet auch hier eine spätere Nachkorrektur der Farbe durch internes Bleichen aus. Diese Nachkorrektur wird auch nur in Einzelfällen notwendig werden - und alles kann man im Leben bekanntlich nicht gleichzeitig haben.
Ich freue mich auf weitere Diskussionen!
Dr. Albert Pietsch, Lämmerspiel
Liebe BlocTalk Verantwortlichen, ich muss zugeben, dass ich solchen Firmen-Informationsseiten immer sehr kritisch gegenüber stehe. Zu oft handelt es sich um platte Werbeinhalte, die nur anders verpackt sind. Unter dieser Erfahrung leiden gelegentlich auch gut gemachte, informative Internetseiten. BlocTalk ist solch eine Ausnahme. Die Themen passen und die praxisnahen Tipps in den Anwenderberichten sind wertvoll. Ich werde übrigens auch mal einen Fallbericht aus meiner Praxis einreichen. Herzlichst Ihr Albert Pietsch aus Lämmerspiel
Dr. Ekkehart Brückmann, Landshut
Es wäre eine Diskussion wert, in welchen Fällen für Veneers welches Konstruktionsverfahren vorteilhaft ist. Neben eigenem Experimentieren können so praktische Tips wie von Frau Höfermann (BlocTalk 2/08) manche Stunde vor dem Cerec Monitor ersparen, verbesserte Schleifergebnisse gleich inbegriffen.
Thomas Sekersky, Edmonton, Kanada:
Hallo! Nandi Höfermanns Artikel zu Veneers ist wirklich großartig (BlocTalk 2/08). Gibt es ähnliche Tipps zum Thema "Replikation"? Ich habe versucht zu "wachsen" und dann zu "replizieren", aber leider waren die Ergebnisse nicht so gut. Weiß jemand Rat?
Danke! Thomas
Antwort der Redaktion:
Haben Sie als BlocTalk-Leser einen Tipp zum Thema "Replikation"? Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf und Ihre Tipps werden gleich hier online gestellt. Wir freuen uns über Ihr Feedback!
Antwort von Nandi Höfermann:
Für ein gutes Replikationsergebnis zeichnet man die grüne Kopierlinie in ihrer äusseren Dimension analog zur Präparation des Nachbarzahnes oder des Replikationszahnes, wenn beide nicht direkt nebeneinander liegen, z.B. von 12 zu 22 etc. Die grüne Linie darf nicht tiefer in den Interdentalraum zeigen, als das Höhenniveau der Präparation am Nachbarzahn erscheint, denn hier wird die Größe und der Umfang des gewünschten Veneers festgelegt. (Abb. 1 + 2). In den nächsten Schritten der Konstruktion kann man genau der Anleitung folgen, wie ich sie im Veneerartikel des VITA BlocTalk bereits beschrieben habe (Abb. 3, usw.) Bitte bedenken Sie immer: In die Replikation kommt nur die Oberflächentextur und nicht der Veneerkörper. Dieser muss immer nach den Konstruktionsschritten, wie auch beim Modus Zahndatenbank, behandelt werden.
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Abb. 1 Abb. 2 Abb. 3
Tipp zur Politur von VITABLOCS mit Soflex-Scheiben von Dr. Gerhard Werling, Bellheim
Die Politurergebnisse mit den Soflex-Scheiben, wie im Fall von Dr. Wolf und Dr. Bindl beschrieben (BlocTalk 1/08), sind sehr gut. Als Anwendertipp noch eine kleine Info:
Leider polieren, gerade die groben Scheiben, auch schnell die Oberflächentextur weg. Verhindern kann man dies durch eine einfache Modifikation der Soflex-Scheiben. Wir schneiden diese in ein „sternförmiges Design" und so ist es möglich, hervorragende Politurergebnisse mit Erhaltung der Oberflächentextur zu erzielen.
"Gelungene Plattform" findet Dr. Thomas Brunner aus Frauenau
Ich finde, die Firma VITA hat mit dem BlocTalk eine gelungene Plattform für Zahnärzte und Zahntechniker geschaffen, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen. Wünschenswert wäre vielleicht ein Forum, wo sich Kollegen, Zahntechniker, Wissenschaftler, etc. untereinander austauschen können (z.B. zur Lösung bestimmter Fragestellungen oder Probleme)
Antwort der Redaktion:
Lieber Herr Dr. Brunner, danke für Ihren Vorschlag. Mit unserer neuen Rubrik "Diskussion" bieten wir unseren Lesern genau dieses Forum an. Anmerkungen, Tipps oder Kommentare zu den Fallberichten sowie allgemeine Anregungen zu VITA BlocTalk sind immer herzlich willkommen. Sagen Sie uns Ihre Meinung und Ihr Feedback wird in der Rubrik "Diskussion" gleich online gestellt.
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